Der Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, die durch eine gestörte Glukoseaufnahme der Zellen verursacht wird. Man unter-scheidet verschiedene Formen des Diabetes, den Typ-1-Diabetes und den Typ-2-Diabetes. Kennzeichen des Diabetes sind lang anhaltende, hohe Blut-zuckerwerte und dadurch verursachte Folgeschäden an verschiedenen Or-gansystemen, unter anderem an Gefäß- und Nervensystem. Mehr zur Er-krankung Diabetes erfahren Sie in den weiterführenden Informationen, die wir im Kapitel „Wo Sie Rat und Unterstützung finden“ ab Seite 34 zusammenge-stellt haben.
Unter dem Begriff des diabetischen Fußsyndroms werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, die durch unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen gekennzeichnet sind. Allen gemeinsam ist, dass Verletzun-gen (Läsionen) am Fuß des Patienten mit Typ-2-Diabetes zu schweren Kom-plikationen führen können. Bei verzö-gerter oder unzureichender Behandlung kann das die Amputation zur Folge ha-ben.
Foto: Dr. Dirk Hochlenert
Die Fußkomplikationen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes werden insbeson-dere durch die Schädigungen der Gefäße (Makroangiopathie) und der Ner-ven (Neuropathie) verursacht. Folgen der Gefäßschädigung sind Durchblu tungsstörungen. An den Füßen werden die mit einer Durchblutungsstörung verbundenen krankhaften Veränderungen nicht immer gleich bemerkt und ernst genommen. Schreiten diese krankhaften Veränderungen zu weit fort, ohne dass eine Behandlung erfolgt, ist eine Amputation erforderlich, die für die betroffenen Patienten massive Einschränkung und eine deutlich herabge-setzte Lebensqualität bedeutet 

Welche Beschwerden machen Fußkomplikationen?
Wenn ein Diabetes über längere Zeit schlecht eingestellt ist, oder unentdeckt bleibt, können Nerven- und Gefäßschäden entstehen. Sie entwickeln sich allmählich und bleiben daher oft lange Zeit unbemerkt. Infektionen sind eine mögliche Folge dieser Nerven- und Gefäßschäden.
Anzeichen für Nervenschäden können bei Diabetikern am gesamten Nervensystem auftreten, die häufigste Form der Nervenschädigung betrifft jedoch die Füße und Unterschenkel.
Anzeichen für Nervenschäden können sein:
- rosige, warme, trockene und möglicherweise rissige Haut;
- starke Neigung zu Verhornung und Nagelpilz;
- Druckstellen / Hornhautschwielen an Stellen großer Druckbelastung;
- Entwicklung eines Hohl- bzw. Senk- oder Spreizfußes;
- Verbreiterung des Fußes, Gelenkschwellungen, Krallenzehen;
- Taubheitsgefühl, Gefühl des „Ameisenlaufens“, Missempfindungen (z.B. das Gefühl     kalte Füße zu haben, obwohl diese warm sind);
-  Unsicherheit beim Gehen („gehen wie auf Watte“);
-  (oft brennende) Schmerzen in Ruhestellung, besonders nachts;
-  Unterscheidung zwischen warm und kalt herabgesetzt oder nicht mehr möglich;
-  Schmerzempfinden ist gelindert oder gar nicht mehr vorhanden (was weh tun       müsste, tut nicht mehr weh: z.B. Verbrennungen, Verletzungen, etc.).
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